Holzminden (red). Die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst begrüßt drei neue Professorinnen an der Fakultät Soziale Arbeit in Holzminden. Mit Dr. Angelina Göb, Dr. Mareike Thumel und Dr. Miriam Schader wird das Lehr- und Forschungsangebot am Standort weiter ausgebaut. Am 1. Juli um 17 Uhr hält Dr. Miriam Schader ihre öffentliche Antrittsvorlesung im Hauptgebäude am "Haarmannplatz 3". Die interessierte Öffentlichkeit ist dazu eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Miriam Schader forscht zu Demokratie, Transformation und Sozialer Arbeit
Dr. Miriam Schader ist seit September 2025 Professorin für „Soziale Arbeit in gesellschaftlichen Transformationskontexten“ an der HAWK. Zugleich ist sie Gastforscherin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften. In ihrer Lehre und Forschung befasst sie sich mit Sozialer Arbeit, Demokratie und Demokratiebildung sowie Rechtsextremismus und Autoritarismus in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Ein besonderer Fokus liegt auf Klimawandel, sozial-ökologischer und digitaler Transformation. Zudem arbeitet sie zu Migration, Flucht und Diversität, insbesondere auf lokaler Ebene.
Ihr Studium absolvierte Schader an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und am Institut d’Etudes Politiques de Paris, Sciences-Po Paris. In der Lehre legt sie Wert darauf, Studierende in ihrer Transformationskompetenz zu stärken. Sie sollen gesellschaftlichen Wandel besser verstehen und als künftige Sozialarbeitende aktiv mitgestalten können.
„An der HAWK zu unterrichten und zu forschen macht mir sehr viel Spaß – es war die richtige Entscheidung, hierherzukommen“, so Miriam Schader, „eine Herzensangelegenheit ist für mich der Aufbau des T, eines Labors für Transformation und Demokratie. Es ist ein innovativer Lehr- und Forschungsraum an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Gesellschaftstransformation und demokratischer Bildung. Im Mittelpunkt steht ein Lernen, das auf Reflexion, Forschung, Praxisbezug und kreative Zusammenarbeit setzt – transdisziplinär, partizipativ und zukunftsorientiert.“
Angelina Göb setzt auf Sozialraum und Projektarbeit
Dr. Angelina Göb ist seit Februar 2026 Professorin für den Fachbereich „Sozialer Raum und Projektmanagement“. Seit ihrem Geographie-Studium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn beschäftigt sie sich mit Fragen gelingenden Zusammenlebens im lokalen Nahraum. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Arbeit im und am Gemeinwesen sowie in sozialraumorientierten Forschungszugängen und -methoden.
Mit Studierenden arbeitet Göb an Themen, die in Mikroprojekten durch forschendes Lernen umgesetzt werden. Beispiele sind die Fotoaktion „Mein Holzminden, meine Stadt“ oder eine Sozialraumanalyse im Schwimmbad Holzminden. Auf diese Weise sollen unterschiedliche Facetten des Zusammenlebens vor Ort untersucht, Theorien weiterentwickelt und Handlungsempfehlungen für die Praxis erarbeitet werden.
Austausch und Beteiligung spielen für Göb auch über die Lehre hinaus eine zentrale Rolle. „Ich freue mich auf die Studierenden und darauf, mit ihnen gemeinsam Holzminden und die Umgebung sozialräumlich zu erkunden und viele neue Erfahrungen zu sammeln“, so Angelina Göb. Sie betont: „Ideen und Anregungen für Mikroprojekte aus der Gesellschaft sind herzlich willkommen. Wir freuen uns über Beteiligung an der Forschung und Kooperationen mit Praxispartner*innen.“
Mareike Thumel stärkt die Medienpädagogik
Seit März 2026 verstärkt Professorin Dr. Mareike Thumel das Lehr- und Forschungsteam im Fachgebiet „Medienpädagogik“. Ihr Lehrkonzept verbindet wissenschaftliche Fundierung mit konsequenter Praxisorientierung. Theorie und Praxis werden dabei nicht als Gegensätze verstanden, sondern als Perspektiven, die sich gegenseitig befragen.
In der Lehre setzt Thumel unter anderem auf Exkursionen, Praxisexpert*innen in Seminaren, medienpädagogische Methoden aus rezeptionsorientierten, reproduzierenden und produktiven Ansätzen sowie auf ihre langjährige Praxiserfahrung. Methodisch arbeitet sie mit digitalen und analogen Formaten, darunter kooperative Lernformen, digitale Tools und Medienproduktionstechniken.
Mareike Thumel hat Kultur- und Medienpädagogik an der Hochschule Merseburg sowie Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg studiert. Ihr ist wichtig, Medien nicht nur zu nutzen, sondern sie zu verstehen, zu gestalten und kritisch zu hinterfragen. Über ihren Start an der Hochschule in Holzminden sagt sie: „Ich freue mich darauf, an der HAWK eine Medienpädagogik zu gestalten, die Studierende nicht nur für die Praxis vorbereitet, sondern sie dazu einlädt, digitale Gesellschaft aktiv mitzudenken und mitzugestalten.“
HAWK sieht neue Kooperationsmöglichkeiten für die Region
Mit den drei Berufungen will die HAWK das Profil der Sozialen Arbeit am Standort Holzminden weiter stärken. „Mit der Berufung der drei neuen Professorinnen verstärkt die HAWK nicht nur das Team der Sozialen Arbeit, sondern erweitert auch die Kooperationsmöglichkeiten mit Einrichtungen und Initiativen in der Region“, so Professorin Dr. Leonie Wagner, Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit. „Die neuen Kolleginnen erweitern das spannende Angebot für unsere Studierenden und sorgen für eine weitere Verankerung des sozialräumlichen Profils der Studiengänge Soziale Arbeit in Holzminden.“
Foto: HAWK