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Donnerstag, 21. Mai 2026 Mediadaten
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Holzminden (zir). Zwei Jahre nach dem Start des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) und ein Jahr nach dem Aufbau des Regionalen Gesundheitszentrums (RGZ) Holzminden zeigt sich am Standort im „Forsterweg“, wie stark sich die medizinische Versorgung dort verändert hat. Aus einzelnen Strukturen ist ein Gesundheitszentrum gewachsen, das ambulante Facharztangebote, Diagnostik, ambulantes Operieren und stationäre Versorgung enger miteinander verbindet. Geschäftsführer Ingo Goldammer und die pflegerische Leitung Nina Möller ziehen eine entsprechend positive Zwischenbilanz.

Ein Klinikbereich entsteht fast von Grund auf

Während das MVZ bereits seit rund zwei Jahren besteht, musste der Klinikbereich des RGZ innerhalb eines Jahres praktisch neu aufgebaut werden. Nach Darstellung von Goldammer war zwar das Gebäude vorhanden, doch für den stationären Betrieb fehlten zunächst nahezu alle Strukturen: Personal, Pflege, ärztliche Besetzung, Verwaltung, technische Ausstattung, Dienstleister und eingespielte Abläufe mussten erst geschaffen werden.

Dass sich daraus innerhalb weniger Monate ein funktionierender Klinikbetrieb entwickelt hat, zählt für die Verantwortlichen zu den wichtigsten Erfolgen. Heute kann das RGZ auf Untersuchungsmöglichkeiten zurückgreifen, die für den Alltag der Patientinnen und Patienten entscheidend sind: Dazu gehören Röntgen, CT, in besonderen Fällen auch MRT-Zugriff, Magen- und Darmspiegelungen, Ultraschalluntersuchungen bis hin zum Herz-Echo sowie ein Labor im Haus.

Auch Möller bewertet die Entwicklung als bemerkenswert. Vor allem bei digitalen Abläufen, internen Prozessen und festen Strukturen sei viel erreicht worden. Aus einem Neubeginn ohne eingespielte Routine sei ein Haus geworden, in dem die Versorgung inzwischen geordnet und verlässlich laufe.

Kurze Wege zwischen Praxis und Klinik

Eine der größten Stärken sehen Goldammer und Möller in der engen Verbindung von MVZ und RGZ. Was für Patientinnen und Patienten wie ein normaler Krankenhausablauf wirkt, beruht im Hintergrund auf der Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung. Untersuchungen, Diagnostik und Behandlungen können am Standort so organisiert werden, dass Wege kurz bleiben und Abläufe ineinandergreifen.

Das MVZ bringt dabei die fachärztliche Breite ein, das RGZ ergänzt die stationären Betten und die klinische Betreuung. Diese Kombination macht den Standort nach Einschätzung Goldammers besonders wertvoll für den Landkreis Holzminden. Gerade in einer ländlichen Region, in der medizinische Angebote nicht überall selbstverständlich verfügbar sind, könne ein solches Modell Versorgungslücken auffangen und Wege für ältere oder weniger mobile Menschen verkürzen.

Fachärztliche Betreuung im überschaubaren Rahmen

Das RGZ versteht sich nicht als Ersatz für große Schwerpunktkrankenhäuser. Schwere Notfälle, komplexe Eingriffe oder hochspezialisierte Akutmedizin bleiben Aufgabe größerer Kliniken. Der Holzmindener Standort setzt dagegen auf Patientinnen und Patienten, die eine medizinische Abklärung, Diagnostik oder stationäre Begleitung benötigen, ohne zwingend in einem großen Krankenhaus versorgt werden zu müssen.

Goldammer hebt hervor, dass im RGZ Fachärzte direkt am Patienten arbeiten. Das ermögliche schnelle Einschätzungen und eine gezielte Diagnostik. Für bestimmte Krankheitsbilder könne das Haus dadurch eine sehr passende Versorgung bieten: persönlich, überschaubar und mit mehr Nähe, als sie in großen Klinikstrukturen häufig möglich sei.
Möller sieht genau darin einen wichtigen Teil des Konzepts. Das RGZ wolle sich Zeit nehmen, nah an den Menschen bleiben und jene Patientinnen und Patienten im Blick behalten, die in größeren Häusern nicht immer im Mittelpunkt stehen, weil dort andere medizinische Schwerpunkte gesetzt werden müssen.

Bedeutung für die regionale Versorgung wächst

Seit dem Wegfall des früheren Krankenhauses Ende 2023 hat sich der Standort im „Forsterweg“ zu einem wichtigen Anlaufpunkt im Landkreis entwickelt. Mehrere ambulante Angebote wurden dort gebündelt, Fachrichtungen zusammengeführt und durch den stationären Bereich ergänzt.

Goldammer sieht darin eine Antwort auf Entwicklungen, die viele ländliche Regionen betreffen: eine älter werdende Bevölkerung, weniger familiäre Unterstützung im Alltag, lange Wege zu Fachärzten und zunehmender Druck auf Hausarztpraxen. Gerade vor diesem Hintergrund könne das Zusammenspiel aus MVZ und RGZ künftig noch wichtiger werden.
Dabei geht es nach seiner Einschätzung nicht nur um bestehende Angebote, sondern auch um die Frage, wie Menschen künftig überhaupt Zugang zu medizinischer Versorgung finden. Wenn Arzttermine knapper werden und Hausärzte stärker belastet sind, könnten Gesundheitszentren mit mehreren Bausteinen eine zentrale Rolle übernehmen.
Neue Möglichkeiten in der Gynäkologie

Trotz der positiven Entwicklung gibt es weiterhin Bereiche, in denen die Nachfrage größer ist als die Möglichkeiten. Goldammer nennt unter anderem Kardiologie, Bildgebung und Darmspiegelungen. Dort könnten zwar grundsätzlich mehr Leistungen erbracht werden, allerdings setzten Budgetgrenzen und bestehende Rahmenbedingungen dem Ausbau Grenzen. Die Folge seien Wartezeiten, die auch in Holzminden spürbar seien.

Wachstumspotenzial sieht das MVZ derzeit besonders in der Gynäkologie. Seit 1. April ist ein neuer Gynäkologe am Standort tätig, der auch ambulante Operationen anbietet. Nach Einschätzung Goldammers ist das für den Landkreis ein besonderes Angebot, da viele gynäkologische Praxen operative Leistungen nicht selbst durchführen. Der Bereich befinde sich noch im Aufbau und könne weiter an Bedeutung gewinnen.

Mehr Vertrauen in ein neues Modell

Für die kommenden Monate wünschen sich Goldammer und Möller vor allem Offenheit. Das Modell aus MVZ und RGZ sei für viele Menschen noch neu. Wer es erlebt habe, verstehe den Nutzen meist schnell. Dennoch brauche es Zeit, bis ein neues Versorgungskonzept in der Bevölkerung, bei niedergelassenen Ärzten und im Rettungsdienst selbstverständlich werde.

Goldammer kann sich vorstellen, den Standort künftig noch stärker als medizinische Anlaufstelle zu entwickeln. Gemeint ist keine klassische Notaufnahme und auch keine Arztpraxis für Rezepte oder Routineanliegen. Denkbar sei vielmehr ein niedrigschwelliger Zugang für Menschen, denen es gesundheitlich schlecht geht und die eine erste medizinische Einschätzung brauchen. Je nach Befund könnten Diagnostik, Behandlung oder stationäre Aufnahme folgen.

Möller betont, wie wichtig es sei, dem Haus eine Chance zu geben. Dass in dem Gebäude wieder medizinisches Leben entstanden sei, sei für Holzminden ein gutes Zeichen. Goldammer wünscht sich darüber hinaus, dass der Standort weiter wächst. Zusätzliche gesundheitsnahe Angebote wie eine Apotheke, Orthopädietechnik oder weitere Dienstleistungen könnten das Zentrum weiter beleben.

Das Ziel bleibt, am „Forsterweg“ einen Ort zu schaffen, an dem medizinische Versorgung für Holzminden und die Region gebündelt, erreichbar und menschlich bleibt.

Fotos: RGZ Holzminden

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