Holzminden/Hann. Münden (red). Unter dem Titel „Die Schweiz – Eine sichere Heimat für Ihr Vermögen“ lud die VR-Bank in Südniedersachsen kürzlich zu einem „Schweizer Abend“ nach Holzminden und Hann. Münden ein. Die Kundenveranstaltungen widmeten sich den aktuellen Herausforderungen an den Kapitalmärkten und der besonderen Bedeutung der Schweiz als stabiler Finanzplatz in unsicheren Zeiten.
Die Begrüßung übernahm Folkert Groeneveld, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank, der in seiner Einführung auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis in Krisenzeiten einging. Die Schweiz werde traditionell mit Stabilität, Sicherheit und politischer Neutralität verbunden.
Kapital sucht sichere Regionen
Gerade in diesem Jahr sei dies deutlich sichtbar geworden: Die anhaltende Nahost-Krise sowie hohe Energiepreise führten dazu, dass Kapital verstärkt aus Krisengebieten in sichere Regionen abwandere. Schätzungen zufolge seien allein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und weiteren Golfstaaten rund 50 bis 100 Milliarden US-Dollar in die Schweiz geflossen.
Als Referent des Abends sprach Gian Heinemann von der DZ Privatbank Schweiz über die derzeit maßgeblichen Einflussfaktoren auf die internationalen Kapitalmärkte. Er bezeichnete die Zeit seit der Pandemie als die turbulenteste Phase der vergangenen Jahrzehnte. Politische Entwicklungen, Zinserhöhungen sowie Rezessionsrisiken beeinflussten die Märkte weiterhin.
Inflation und Kaufkraftverlust im Fokus
Heinemann verwies zudem auf die Rückkehr des Zinses bei gleichzeitigem Anstieg der Inflation auf über 2 Prozent und damit auf den langfristigen Kaufkraftverlust seit Einführung des Euros. Risiken für den Vermögenserhalt seien insbesondere Inflation, Währungsverfall und politische Entwicklungen.
Ein zentrales Element seiner Ausführungen war die breite Streuung des Vermögens über verschiedene Währungs- und Vermögensklassen sowie die Diversifikation über unterschiedliche Wirtschafts- und Rechtsräume. In diesem Zusammenhang hob Heinemann die Schweiz als besonders sicheren Anker hervor.
Schweiz als stabiler Finanzplatz
Historisch begründete er diese Stabilität mit der politischen Struktur des Landes: Die Schweiz habe nie eine Monarchie besessen, sondern sei stets durch eine stabile, vom Volk getragene Rechtsform geprägt gewesen.
Der Finanzplatz Schweiz verfüge über eine lange und erfolgreiche Tradition im internationalen Private Banking und stehe für Stabilität, Exzellenz und Verantwortung. Mit rund 10 Prozent Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung sei er ein zentraler Wirtschaftsfaktor.
Heinemann erläuterte zudem die unterschiedlichen Zielsetzungen der internationalen Notenbanken. Während in den USA die Vollbeschäftigung im Fokus stehe und Europa zeitweise klimapolitische Ziele priorisiert habe, verfolge die Schweizer Nationalbank als oberstes Ziel die Preisstabilität.
Gold und Immobilien als Krisenfaktoren
Unterstrichen werde dieser Ansatz durch einen Volksentscheid aus dem Jahr 2001, bei dem sich 85 Prozent der Bevölkerung für Schuldenabbau und eine Schuldenbremse ausgesprochen hätten. Mit einer aktuellen Verschuldungsquote von rund 38 Prozent liege die Schweiz im internationalen Vergleich auf einem sehr niedrigen Niveau.
Weitere Themen waren der starke Schweizer Aktienmarkt, das knappe Immobilienangebot bei gleichzeitig hoher Einwanderung sowie die Rolle von Gold als Krisenwährung mit realem, physischem Wert.
Zum Abschluss stellte Heinemann verschiedene Speziallösungen des Schweizer Finanzplatzes der DZ Privatbank vor.
Austausch nach den Vorträgen
Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Gäste die Gelegenheit für zahlreiche Fragen und persönliche Gespräche. Der „Schweizer Abend“ bot damit einen gelungenen Rahmen für Information, Austausch und Orientierung in einer zunehmend komplexeren Finanzwelt.
Foto: VR-Bank