Holzminden/Berlin (red). Der Absatz von Heizungen in Deutschland ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Das geht aus der Jahresbilanz hervor, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) vorgelegt hat. Demnach setzten die Hersteller im vergangenen Jahr rund 627.000 Anlagen ab – ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr. Damit ist der Heizungsmarkt das zweite Jahr in Folge rückläufig.
Nach Angaben des BDH entfielen 276.500 Anlagen auf Gas-Wärmeerzeuger, was einem Rückgang von 33 Prozent entspricht. Besonders stark sank der Absatz bei Öl-Wärmeerzeugern: Hier wurden 22.500 Geräte verkauft, 74 Prozent weniger als im Vorjahr. Biomasseanlagen legten um 23 Prozent auf 29.000 Stück zu.
Wärmepumpen legen deutlich zu
Ein deutliches Wachstum verzeichneten Wärmepumpen. Mit rund 299.000 verkauften Geräten stieg ihr Absatz laut BDH um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Anteil machten dabei Luft-Wasser-Wärmepumpen mit 283.000 Stück aus. Sole-Wasser- sowie Wasser-Wasser-Systeme blieben auf niedrigerem Niveau.
Trotz dieses Zuwachses konnten Wärmepumpen den Einbruch im Gesamtmarkt nicht kompensieren. Das noch unter der Ampel beschlossene Ziel von 500.000 installierten Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 sei damit das zweite Jahr in Folge deutlich verfehlt worden.
Aus Sicht des Verbandes seien politisch verursachte Unsicherheiten hauptverantwortlich für die gegenwärtige Absatzkrise. Die öffentliche politische Auseinandersetzung um das Gebäudeenergiegesetz 2023 habe Vertrauen zerstört. „Verbraucherinnen und Verbraucher handeln rational: Solange die politischen Rahmenbedingungen unklar sind, werden Investitionen in neue Heizungen aufgeschoben“, erklärt Staudt laut BDH.
Auch aus der Industrie kommt Unterstützung für den Kurs hin zur Wärmepumpe. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Wärmepumpe mit ihren Kaufentscheidungen 2025 zum wichtigsten Produkt für die Energiewende in Deutschland gemacht“, sagt Heinz-Werner Schmidt, Geschäftsführer von Stiebel Eltron. „Verlässlichkeit und Kontinuität der Förderpolitik sind unverzichtbar, um die Erfolgsgeschichte von Wettbewerbsfähigkeit und Innovation weiter fortzuschreiben.“
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