Donnerstag, 23. Mai 2019 12:57 Uhr

Ralf Schwager stellt „10-Punkte-Programm“ zur Erlebniswelt im Rat vor

Holzminden (sl). Die Stadt Holzminden steht unter Druck was die Entscheidung zu einer Erlebniswelt angeht. Schnelligkeit sei geboten, denn bis zum Sommer soll ein Projektentwickler eingestellt werden, der die Planung in die Hand nehme, so Uwe Schünemann in der Stadtratssitzung. Er hoffe, dass die einmalige Chance umgesetzt werde, da es ansonsten keine Belebung der Innenstadt geben werde. Die Ratsmitglieder hatten zuletzt den Tagesordnungspunkt von der Tagesordnung genommen, da noch Klärungsbedarf bestehe. Wie die Ratsvorsitzende, Eleonore Roth-Schütz, und Bürgermeister Jürgen Daul mitteilten, werden der Kultur- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung am 03. Juni über die ungeklärten Fragen diskutieren.

Trotz dessen, dass das Thema „Düfte und Aromen für die Welt“ von der Tagesordnung gestrichen wurde, war das Thema ein Dauerbrenner in der Ratssitzung. Erneut entfachte Ralf Schwager das Thema für gut fünf Minuten in der Einwohnerfragestunde. Für ihn sei es nicht vorstellbar, dass so ein Projekt sterbe. „Es ist fast die letzte Chance etwas zukunftsfähiges für Holzminden und nicht nur für den Tourismus zu entwickeln“, appellierte der Unternehmer an den Rat. Wenn der Wille da sei, bringe Schwager sich für die nächsten 10 Jahren ehrenamtlich mit vollstem Engagement ein. Für die Realisierung hat der Ideenbringer ein „10-Punkte-Programm“ aufgestellt.

1. Die Politik müsse spätestens auf der nächsten Ratssitzung grünes Licht geben.

2. Man müsse ihm gestatten sofort Verhandlungen mit der N-Bank aufzunehmen, natürlich gemeinsam mit Stadtpolitikern und Verwaltung, und die tatsächliche Höhe der Fördermittel und die daran geknüpften Bedingungen zu erfahren und der Stadt vorzutragen. Nach Schwagers Recherchen sollen es nur bis zu 60 Prozent Förderung seien.

3. Es seien kurzfristig weitere Verhandlungen über mögliche zusätzliche Fördermittel zu führen und der Stadt vorzutragen.

4. Über den Standort des Gebäudes und die Größe, nach Schwagers Erkenntnissen mindestens 1000 Quadratmetern interaktiver Fläche plus 200 Quadratmeter Nebenflächen, ist kurzfristig zu entscheiden. Der perfekte Platz sei für den Kaufhausbetreiber an der Weser mit Blick zur Weserbrücke, nach Westfalen und am Radweg.

5. Die Bürger müssen voll in das Projekt einbezogen werden. Zunächst habe der Visionär an einen Förderverein gedacht, aber er halte es für sinnvoll die Kräfte zu bündeln und die Bürgerstiftung damit zu beauftragen. Zusätzlich sollen die Bürger, in erster Linie Firmen, mit persönlichem und finanziellem Engagement unterstützen.

6. Wie kann sich Symrise in das Projekt einbringen? Das wichtigste für den Erfolg einer solchen Erlebniswelt sei die regelmäßige Erneuerung und das sich die Besucher persönlich mit Geschmack und Geruch einbringen können. Dies sei laut dem Kaufhausbetrieber wertvoller als die finanzielle Unterstützung. In einem zweistündigen Gespräch habe Schwager mit Dr. Bertram, Vorstandsvorsitzenden, und dem Marketingchef von Symrise gesprochen. Wie Schwager berichtete, sei Bertram bereit sich in den interaktiven Teil einzubringen. Eine „Task Force“ sei da und ein Konzept werde entwickelt. Dies könne nur realisiert werden, wenn Politiker und Bürger hinter dem Projekt stehen.

7. Weiterhin sollen regionale Produkte und Unternehmen wie Glas und Porzellan vertreten seien. Er hoffe hier durch die Einbeziehung der Firmen auf weitere Fördermittel.

8. Ein professioneller Projektplaner mit hohem Engagement müsse schnell her. Dazu müsse Geld bereitgestellt werden. Schwager bietet seine Unterstützung in Form von seinem regionalen und kompetenten Sachverstand an.

9. Bis Ende Juni müsse ein tragfähiges Konzept, basierend auf dem „worst case“, für die Investitionskosten und Nachfolgekosten erarbeitet werden. Für den Visionär seien 30.000 Besucher jährlich der „worst case“. Der administrative Bereich soll von der Stadtmarketing GmbH übernommen werden. Hier sehe der Unternehmer eine personelle Aufstockung vor.

10. Als letzten Punkt habe Schwager die Wichtigkeit der aktiven Pressearbeit aufgelistet. Die Bürger sollen über den aktuellen Stand des Projekts auf dem Laufenden gehalten werden.

Für diese leidenschaftlichen Worte erhielt Schwager Applaus. Dr. Patric von Löwis of Menar, Ratsmitglied, gab Hoffnung mit den Worten „die Tendenz ist positiv“ und „wir wären von allen guten Geistern verlassen das nicht zu machen“. Weiterhin möchte auch er das Projekt kraftvoll unterstützen. Doch Ratsmitglied, Alexander Tietze, dämpfte die euphorische Stimmung. „Es müssen Grundlagen ermittelt werden“, erinnerte er seine Kollegen. Auch Martin Gumpert, Ratsherr, erklärte, dass der Rat erstmal prüfen müsse, was sie wollen. 

Birgit Czypull, eine Einwohnerin, hoffe zwar auf eine Realisierung, aber dennoch stellte sie die Frage, wer sich eigentlich um das Thema kümmern werde. „Wir brauchen jemanden der den Hut aufhat“, appellierte sie an den Rat. Der Rat schien sich einig, dass der Bürgermeister als erster Mann nach vorne geschickt werden soll.

Nun kann der Rat noch etwas durchschnaufen bis es zu einer endgültigen Abstimmung kommt. Die Ratsvorsitzende versicherte, dass die Sondersitzung und die Einstellung eines Projektplaners noch vor den Sommerferien geschehen soll.

Foto: sl

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