Mittwoch, 07. November 2018 15:00 Uhr

Holzminden soll eine Bürgergenossenschaft bekommen - Leerstände zukünftig ade?

Holzminden (fw). Die Idee ist nicht unbekannt, einige Städte machen es schon vor. Nun soll auch in Holzminden etwas passieren, damit die Stadt wieder ansehnlicher wird und sich sowohl die Bürgerinnen und Bürger, als auch die Gäste und Touristen wohlfühlen. Ob leerstehende Geschäfte und Häuser, verfallende Gebäude, vergessene Immobilien oder ungenutzte Freiflächen – die Bürgergenossenschaft wird sich zukünftig für solche Fälle einsetzen. Nach dem Modell der Bürgergenossenschaft Münder Altstadt eG soll auch in Holzminden verfahren werden.

Die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt eG gestalten die Stadt aktiv mit, mit dem Ziel den entstandenen Leerstand durch Bevölkerungsrückgang, Strukturwandel im Einzelhandel, die stagnierenden Grundstückspreise und steigenden Ansprüche an Wohnungsstandards entgegenzuwirken. Mit 173 Bürgern wurde die Bürgergenossenschaft gegründet. Ziel der Bürger: die Altstadt erhalten und revitalisieren.

Die Organisationsform der Genossenschaft wurde gewählt, weil einerseits durch den Erwerb von Anteilen ein Grundstock an Kapital für den Kauf einer Immobilie gebildet wurde, andererseits die Anteilseigner durch das Miteigentum eine persönliche, innere Bildung zum Gebäude aufbauen konnten. 350 Anteile mit 100 Euro wurden als Gründungskapital gekennzeichnet. Der genossenschaftliche Gedanke gilt als konsultierendes Element und charakterisiert die demokratische Gemeinschaft.

In dieser Bürgergenossenschaft hat jeder eine Stimme. Aktuell sind 324 Mitglieder vertreten, die 1.000 Anteile halten. Dieses Projekt wurde von Beginn an von zwei Wissenschaftlerinnen begleitet. Von Privatleuten, Vereinen, lokalen Handwerksbetrieben und Freiwilligen bekommt das Projekt Unterstützung.

In vergangenen Projekten konnte die Bürgergenossenschaft fast abrissbereite Fachwerkhäuser wiederherrichten und verschönern. Dazu gehört die Sanierung der Fassade, des Gebäudes, der Fenster und Türen, aber auch das Innenleben des Hauses. 

Mittlerweile ist Hann. Münden zum Musterbeispiel und Fallstudienort vom Bundesministerium des Inneren für Bau und Heimat zum Thema „Innenentwicklung in kleineren Städten und Gemeinden – Strategien zur Sicherung lebendiger und nutzungsgemischter Wohn- und Versorgungsstandorte.“

Bereits 16 Personen aus den verschiedensten Bereichen haben ihre Mitgliedschaft für die Genossenschaft in Holzminden angekündigt und es sollen noch wesentlich mehr werden.

Foto: fw

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