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Freitag, 27. Februar 2026 Mediadaten
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Holzminden (red). Ein Beitrag in den sozialen Medien hat am 25. Februar eine intensive Debatte über die Zustände in der Obdachlosenunterkunft am Pipping 14 ausgelöst. Ein anonymer Nutzer erhob darin schwere Vorwürfe gegen die hygienischen Bedingungen in der Einrichtung und sprach von „menschenunwürdigen Verhältnissen“.

Nach Darstellung des Verfassers seien Bettwanzen und Parasiten in der Unterkunft vorhanden. Diese würden es unmöglich machen, dort zu schlafen, ohne die eigene Gesundheit zu gefährden. Zudem erklärte der Nutzer, Stadtverwaltung und Ordnungsamt seien über die Situation informiert. In seinem Beitrag stellte er die Frage: „Ist es der Standard von Holzminden, dass Menschen lieber bei Minusgraden im Garten oder im Bahnhof schlafen, weil die städtische Unterkunft eine Gesundheitsfalle ist?“ Abschließend schrieb er: „So kann man mit Menschen nicht umgehen!“

Dem Posting waren mehrere Bilder beigefügt, die die geschilderten Missstände belegen sollten. Eine unabhängige Überprüfung der Aufnahmen liegt nicht vor.

Unter dem Beitrag entwickelte sich eine teils hitzige Diskussion. Zahlreiche Nutzer zeigten sich erschüttert über die geschilderten Zustände und forderten eine schnelle Verbesserung der Situation. Andere Stimmen verwiesen darauf, dass auch die Bewohner selbst Verantwortung für Sauberkeit und Ordnung tragen würden.

Stadt Holzminden überprüft Obdachlosenunterkunft

Der Beitrag blieb auch dem Träger der Unterkunft – der Stadt Holzminden – nicht verborgen. Als eine von nur wenigen Kommunen im Landkreis Holzminden halte die Stadt eine eigene Obdachlosenunterkunft vor, weist Bürgermeister Christian Belke darauf hin, um dann zu erklären, dass die Stadtverwaltung die in den Sozialen Medien verbreiteten Bilder am Abend des 25. Februar 2026 wahrgenommen hat. 

„Das Aufnahmedatum sowie der Urheber dieser Bilder sind uns nicht bekannt“, erklärt Bürgermeister Belke. Am Morgen des 26. Februar 2026 um 9 Uhr habe er sich gemeinsam mit seiner Allgemeinen Vertretung Alena Friese, dem zuständigen Fachbereichsleiter sowie einem weiteren Mitarbeiter ein eigenes Bild von der Situation verschafft. Ziel sei eine unmittelbare Überprüfung des Zustandes der Einrichtung gewesen.

Im Ergebnis befinde sich die Immobilie insgesamt in einem baulich vertretbaren und akzeptablen Zustand. „Ein auf den veröffentlichten Bildern anzunehmender Parasitenbefall innerhalb der Einrichtung konnte bei der Begehung nicht festgestellt werden“, betont Belke. Ein solcher könne jedoch grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.

„Auch Kindertagesstätten oder Schulen haben gelegentlich mit Lausbefall zu tun. Das ist unabhängig von hygienischen Zuständen und kann selbstverständlich auch in einer solchen Einrichtung vorkommen.“

Zur Vorbeugung erhalte jeder Gast bei Einzug frische Bettwäsche, die Matratzen würden regelmäßig ausgetauscht, zuletzt im Januar 2026. Anlassbezogen würden Räumlichkeiten bei festgestellten Hygienemängeln gereinigt und desinfiziert. Zudem seien die Gäste laut Hausordnung verpflichtet, sich regelmäßig und gründlich zu waschen.

Der gemeinschaftlich genutzte Flur sowie das Badezimmer befänden sich nach seiner Einschätzung in einem adäquaten, nutzbaren und vertretbaren Zustand. Anders stelle sich die Situation in einzelnen Herren- und Damenzimmern dar. Diese seien, wie bereits auf den Bildern des anonymen Postings zu erkennen, deutlich verbesserungswürdig.

Belke verweist auf die geltende Hausordnung. „Für Ordnung und Sauberkeit in den Zimmern sind die Bewohnerinnen und Bewohner selbst verantwortlich. Sie sind verpflichtet, täglich auszukehren, bei Bedarf zu wischen, den Tisch abzuwischen und den Abfalleimer zu entleeren.“ Diese Pflichten seien in jüngster Vergangenheit augenscheinlich nicht ausreichend erfüllt worden.

Gerade bei Gästen, die mit unterschiedlichen Problemlagen zu kämpfen hätten, etwa unter dem Einfluss von Drogen stünden, griffen Aufforderungen zur Verbesserung des Reinigungszustandes nicht immer. Vor einem Verweis aus der Unterkunft sei jedoch stets die Verhältnismäßigkeit zu prüfen. „Wir müssen Tages- und Nachttemperaturen berücksichtigen und eine Gefährdung der betroffenen Person ausschließen“, erklärt Belke. Dies gelte auch bei unerlaubtem Konsum verbotener Substanzen, sofern andere Gäste nicht gefährdet würden.
Die Stadtverwaltung arbeite derzeit an weiteren Maßnahmen, um Ordnung und Sauberkeit in den Zimmern unmittelbar zu verbessern, kündigt der Bürgermeister an.

Grundsätzlich verfolgt die Stadt das Ziel, die Bewohnerinnen und Bewohner schnellstmöglich in regulären Wohnraum zu vermitteln. Der zuständige Fachbereich berate die Betroffenen direkt und vermittle Kontaktadressen, insbesondere zur Wohnungslosenhilfe. Präventiv biete die Stadt über den Sozialfonds schnelle und unbürokratische Unterstützung in Form finanzieller Hilfen, Beratung sowie Hilfe bei der Wohnungssuche an, um drohende Wohnungslosigkeit möglichst frühzeitig zu verhindern. Zudem werde mit dem step-Café in der „Fürstenberger Straße“ ein weiteres Unterstützungsangebot für die Zielgruppe mitfinanziert.

Die Stadt Holzminden dokumentierte den Zustand der Obdachlosenunterkunft am 26. Februar 2026 mit eigenen Fotos im Rahmen einer Begehung durch Bürgermeister Christian Belke und Mitarbeitende der Verwaltung.

Fotos: Stadt Holzminden, lbr

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