Holzminden (awin). Der Neubau des Tierheims am Allernbusch nimmt weiter Gestalt an. Am 21. Februar informierte sich die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen), vor Ort über den Baufortschritt. Begleitet wurde sie von Umweltminister Christian Meyer. Beide zeigten sich beim Rundgang beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement und der technischen Konzeption der neuen Anlage.
Im Oktober 2025 wurden die Wände errichtet, im November und Dezember folgten Dachstuhl, Fenster und Türen. Mit der Verlegung der Fußbodenheizung ist nun ein weiterer Meilenstein erreicht. Das Hunde- und Katzenhaus wird über zwei Wärmepumpen beheizt. Säureunempfindliche Wände schützen die Bausubstanz, hohe Decken verbessern die Luftzirkulation. Eine 40-Kilowatt-Solaranlage auf dem Dach soll künftig einen Großteil des Strombedarfs decken. Auf dem rund 9000 Quadratmeter großen Gelände sorgt ein Brunnen für die Wasserversorgung, ergänzt durch ein Frischwasser-Reservoir als Absicherung. Das Projekt sei energietechnisch „nahezu autark“, erklärte Jens-Uwe Müller, erster Vorsitzender des Tierschutzvereins Holzminden Höxter e.V.
Moderne Bedingungen für Hunde und Katzen
Im Vergleich zum bisherigen Standort im „Ziegeleiweg“ mit 1200 Quadratmetern Gesamtfläche entsteht am Allernbusch ein deutlich größeres Areal. Allein das Hundehaus umfasst 400 Quadratmeter. Bis zu 17 Hunde finden in großzügigen Zwingern mit mindestens 8 bis 10 Quadratmetern Fläche und angeschlossenen Ausläufen Platz. Erstmals wird eine artgerechte Gruppenhaltung ermöglicht. Für Tiere mit besonderem Anpassungsbedarf stehen separate Zwinger zur Verfügung.
Auch das Katzenhaus bietet weitläufige Räume, darunter Vermittlungsbereiche mit Freilauf, eine Isolier- und Quarantänestation sowie zwei Mutter-Kind-Räume. „Unser Anspruch ist es immer, die Tiere schnell und gut zu vermitteln“, betonte Müller. Die räumliche Gestaltung solle dazu beitragen, Interessenten eine angenehme Atmosphäre zu bieten.
Verbesserte Arbeitsbedingungen und breite Unterstützung
Neben den Tieren profitieren auch die Mitarbeitenden von besseren Bedingungen. In der Vergangenheit seien aufgrund der räumlichen Situation am alten Standort viele Ehrenamtliche verloren gegangen, berichtete Müller. Umkleiden und Aufenthaltsräume fehlten bislang. Künftig stehen im ehemaligen Wohnhaus entsprechende Räume mit Bad und Küche für die sieben Festangestellten zur Verfügung. Auch der Verein mit seinen rund 200 Mitgliedern bekommt im Gebäude einen eigenen Raum.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich nach Fertigstellung auf 1,5 Millionen Euro. Ein Großteil wurde durch Spenden finanziert. „Die Spendenbereitschaft hat sich verdreifacht“, so Müller. Unterstützung kam zudem von regionalen Handwerksbetrieben und Unternehmen, die sich mit Sachspenden und Arbeitsleistungen beteiligten. So wurde beispielsweise die Solaranlage kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Ministerin Staudte bezeichnete das Tierheim als „Vorzeige-Projekt“ und hob hervor, es sei keine Selbstverständlichkeit, über derart umfangreiche Kompetenz in einem ehrenamtlichen Vorstand zu verfügen. Sie regte an, die gewonnenen Erfahrungen auch anderen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Bereits jetzt hätten Tierheime aus der Umgebung Interesse an einem Austausch signalisiert und sich zu einem Besuch angekündigt.
Der Umzug ist für Juni geplant, nachdem frühere Termine verschoben werden mussten. Mit vertraglichen Vereinbarungen sind die beteiligten Kommunen nun für zehn Jahre gebunden. Damit gilt die Zukunft des Tierschutzvereins Holzminden Höxter e.V. am Standort Allernbusch als langfristig gesichert.






Fotos: awin