Holzminden (haa). So wie der Samstag aufgehört hatte, ging es am Sonntag gleich weiter – mit bester Stimmung auf dem Holzmindener Schützenfest. Von der Kranzniederlegung über den Festumzug bis hin zu den Bayernstürmern zog das Programm erneut viele Besucher in die Straßen und anschließend ins Schützenzelt.
Ein besonderes Highlight des Tages war der große Festumzug. Beginnend am Jahnplatz zog der Zug weiter entlang des Haarmannplatzes, wo sich bereits zahlreiche Menschen versammelt hatten. Auf der Straße bot sich ein eindrucksvolles Bild: Die Schützenvereine marschierten in drei Blöcken mit stolzem Ausdruck an den Zuschauern vorbei, die Fahnen wehten im Wind, und in der Luft lag eine spürbare Bewunderung für den Umzug. Bürgermeister Christian Belke und Landrat Michael Schünemann, sichtlich mitgerissen von der Schützentradition, nahmen ebenfalls am Umzug teil. Auch die Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt und Uwe Schünemann ließen sich das Fest nicht entgehen.
Moderiert wurde der Festumzug von Markus Finger, der die optimalen Bedingungen für dieses Event betonte: „Gutes Wetter, gute Stimmung, gute Leute.“ Auch ein Blick in die Historie durfte nicht fehlen: Die Steuben-Flagge zierte den Umzug und symbolisierte die Verbindung nach New York, Manhattan. Dort findet jährlich der Festumzug, die German-American Steuben Parade, statt. Gefeiert werden dabei die deutsch-amerikanische Freundschaft und die Traditionen, die deutsche Einwanderer – auch aus Holzminden – in die USA mitbrachten. Trachten-, Karnevals- und selbstverständlich auch Schützenvereine sind dort vertreten. Mit der Steuben-Flagge wurde an diese Verbundenheit erinnert.
Das traditionelle Fahnenschwenken war ein besonderer Moment des Umzugs: Fahnen, die in Stadtfarben, Vereinsfarben und Jubiläumsfarben gehalten waren, wurden von den Schützen in kreisenden, fast schon akrobatischen Bewegungen durch die Luft geschwenkt. Dabei wurde nicht nur die feierliche Ehrung der Vereine unterstrichen, sondern auch die Gemeinschaft der Holzmindener Schützen deutlich sichtbar.
Während der Umzug noch nicht ganz beendet war, ging es für die Sappeure zur Sache: Die Erstürmung der Barrikaden stand an, und wie es die Vergangenheit schon vermuten ließ, hatten die Sappeure es pünktlich zum Eintreffen des Festumzugs geschafft. Keine Verzögerung also für die anschließende Feier im Schützenzelt. Dort spielte die Stadtkapelle Brakel und überzeugte mit einer instrumentalisierten Version von Liedern wie „Timber“ von Pitbull. Danach verwandelte sich das Schützenzelt kurzzeitig in ein Oktoberfest – zumindest, was den Namen der Band betraf: Die Bayernstürmer heizten dem Publikum ordentlich ein und boten ein vielfältiges musikalisches Repertoire für jedermann.
Am späten Abend folgte dann noch ein visuelles Spektakel: Das große Feuerwerk an der Weser. Bei den Besuchern sorgte das Lichtspiel am Himmel für Begeisterung, die nach dem Ende des Feuerwerks mit viel Applaus zum Ausdruck kam. Auf diese Weise nahm auch der Sonntag des Schützenfests ein stimmungsvolles und passendes Ende und bereitete schon wieder Vorfreude auf das nächste Jahr.
Fotos: haa