Holzminden (red). Nachdem es Mattis vom Campe-Gymnasium mit der Unterstützung von Katharina vom Internat Solling erst vor wenigen Tagen beim GYPT-Bundeswettbewerb in die Nationalauswahl geschafft hat, waren nun beide beim 44. Landeswettbewerb Jugend forscht dabei, der vom 11.03. bis 13.03.2024 in der Aula Academica der TU Clausthal stattfand. Diesmal trat jeder jedoch in einem anderen Team an. Qualifiziert hatten sich die beiden Teams zuvor durch den Gewinn des Regionalwettbewerbs am 23. Februar in Braunschweig. Dabei konnte sich Katharina im Team mit Amelie vom Internat Solling im Fachgebiet „Biologie“ durchsetzen, während Mattis mit seinen Mitstreitern Tim und Jannes vom Campe-Gymnasium im Fachgebiet „Technik“ erfolgreich war.

Amelie und Katharina stellten in der Aula ihre Forschungsarbeit über die Auswirkungen von Silbernanopartikeln in Gewässern auf Süßwasseralgen und Kresse vor. Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, wie sich die zunehmende Umweltbelastung durch Silbernanopartikeln, die zum Beispiel standardmäßig in Sportkleidung zur Geruchsreduzierung eingesetzt werden, auswirkt. Dabei konnten sie

feststellen, dass schon geringste Mengen von freien Silbernanopartikeln im Wasser die Algen absterben lassen. Kressesamen bilden unter Einfluss von Silbernanopartikeln keine Wurzeln aus und sind daher nicht überlebensfähig. Ihre Arbeit macht klar, wie wichtig es ist, dafür zu sorgen, dass die in der Industrie in großen Mengen verarbeiteten Silbernanopartikel nicht als Partikel in die Umwelt gelangen, da sie eine erhebliche Gefährdung der Fauna darstellen.

Einem anderen Thema widmeten sich Mattis, Tim und Jannes. Sie nahmen sich dem Problem an, dass nach Partys auf Grünflächen oder am Strand häufig eine Vielzahl kleiner Müllreste einfach liegenbleibt und dadurch die Umwelt gefährdet. Um diesen Müll effizient und autonom aufzusammeln, konstruierten sie ein „Autonomous Trash Collecting System“, also ein motorisiertes Fahrzeug, welches Müll insbesondere am Strand und auf Wiesenflächen effektiv aufsammeln kann. Die drei hatten ihr Fahrzeug in der Aula direkt am Stand und konnten somit den Besuchern und der Jury anschaulich dessen Funktion demonstrieren, indem der Roboter Kronkorken, Bonbonpapier und Sektkorken von einem Kunstrasen aufsammelte.

Die drei spannenden Tage in Clausthal-Zellerfeld begannen am Anreisetag mit dem Aufbau der Ausstellungsstände und ersten Gesprächen mit interessierten Gästen. Abends war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem guten Essen ein Spieleabend organisiert. Der nachfolgende Tag war dann geprägt von den Gesprächen der Teams mit den Jurymitgliedern. Beide Teams mussten sich zweimal den kritischen, aber auch interessierten Fragen einer fachlich hoch qualifizierten Jury stellen, ihre Projekte erklären und Ziele für die Zukunft erläutern. Nach dem anstrengenden Tag ging es abends noch ins Oberharzer Bergwerksmuseum von Clausthal-Zellerfeld, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowie die Betreuer in einer begeisternden Führung viel über die Geschichte und die Technik des Bergbaus in der Harzregion lernen konnten. Besonders beeindruckend waren dabei die Informationen über das Harzer Wasserregal (heute: Harzer Wasserwirtschaft), welches zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Am letzten Tag wurde dann die Ausstellung für die Öffentlichkeit geöffnet, sodass interessierte Besucher sich ein Bild von den abwechslungsreichen Projekten machen konnten. Aufregend wurde es dann für Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 14:00 Uhr, denn dann ging es an die Preisverleihung, auf die alle gespannt gewartet haben. Mattis, Tim und Jannes erhielten für ihr ausgeklügeltes Fahrzeug den Sonderpreis „Umwelttechnik“ über 250 €, der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gestiftet wurde. Noch besser schnitten Amelie und Katharina ab, die einen sensationellen zweiten Platz belegten und zusätzlich den mit 200 € dotierten Sonderpreis des „Excellenzclusters PhoenixD“, gestiftet vom Excellenzcluter PhoenixD der Leibniz Universität Hannover, erhielten.

Nachdem die beiden ihre Urkunden in Empfang genommen hatten, kommentierte Amelie ihre Teilnahme wie folgt: „An Jugend forscht teilzunehmen war definitiv eine Erfahrung, für die sich all die Arbeit gelohnt hat. Vor allem beim Landeswettbewerb in Clausthal lernt man unfassbar viele interessante Menschen kennen und bekommt die Möglichkeit, wichtige Kontakte für die Zukunft zu knüpfen. Die drei Tage haben einfach unfassbar viel Spaß gemacht.“  In diesem Kommentar steckt auch ein dickes Lob an den Ausrichter des Landeswettbewerbs, die Mitarbeiter der TU Clausthal, die den Wettbewerb und das Rahmenprogramm hervorragend organisiert und sich vorbildlich um die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gekümmert haben.

Zusammenfassend bleibt, dass auch dieser Wettbewerb wieder einen tollen Erfolg für die Holzmindener Gymnasien brachte, über den sich die mitgereisten Betreuer, Kristin Wendelstorf vom Campe-Gymnasium und Dr. Frank Hubenthal vom Internat Solling sehr freuen.

Foto: Goslarsche Zeitung