Montag, 07. Oktober 2019 14:57 Uhr

Grüne Doppelspitze mit Kusak und Henke

Der neue Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Holzminden: (von links) Peter Ruhwedel, Christian Meyer, Ulrike Weber, Gerd Henke (Sprecher), Karin Farries, Annette Kusak (Sprecherin). Es fehlt auf dem Bild Kassierer Klaus-Dieter Risch. Foto: Ulrich Schulze

Holzminden (red). Mit großer Geschlossenheit gehen Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Holzminden die künftigen Herausforderungen an. Das zeigte die jüngste Kreismitgliederversammlung, in der die Grünen ihren Vorstand neu wählten. Die als Doppelspitze kandidierenden Annette Kusak (Holzminden) und Gerd Henke (Lauenförde) wurden von den Mitgliedern in geheimer Wahl mit eindrucksvollen Ergebnissen gewählt. Während Kusak bereits in den vergangenen Jahren an der Spitze der Kreisgrünen stand, rückte Henke jetzt aus dem erweiterten Vorstand an die Spitze auf. „Wir haben jetzt auch auf Kreisebene das nachgeholt, was in anderen Parteigliederungen seit Jahren Usus ist: dass der Vorstand paritätisch von einer Frau und einem Mann geführt wird“, erklärten Kusak und Henke nach ihrer Wahl.

Das Sprecherduo versicherte, alles daranzusetzen, dass auch im Landkreis Holzminden der Bedeutungszuwachs, den die Partei auf allen Ebenen erfährt, spürbar wird. „Unser Ziel ist es, dass die Grünen aus den Kommunalwahlen 2021 gestärkt und mit mehr Mandaten im Kreistag und den Städte- und Gemeinderäten hervorgehen,“ erklärten Kusak und Henke.

„Und wenn die Großen Koalitionen in Berlin und Hannover vorzeitig aufgeben müssen, dann stehen wir auch im Kreis Holzminden bereit und werden für Ergebnisse sorgen, die die Notwendigkeit einer klimagerechteren, ökologischeren und sozialeren Politik sichtbar werden lassen. Das sind wir auch unseren Kindern und Enkelkindern schuldig“, so das Sprecherduo. Vor diesem Hintergrund herrschte Einigkeit in der Kreispartei, den Vorstand für die nächsten zwei Jahre breiter und schlagkräftiger aufzustellen. So wählten die Mitglieder den Landtagsabgeordneten Christian Meyer sowie den Sprecher der Grün-Linken Kreistagsgruppe, Peter Ruhwedel, ebenfalls in den Vorstand.

Den Nordkreis vertritt weiterhin Karin Farries (Ottenstein). Ihr zur Seite steht Ulrike Weber aus Heyen. Sie wird künftig erste Ansprechpartnerin für die Neumitglieder des Kreisverbandes sein. Für die Finanzen des Kreisverbandes zeichnet künftig Klaus-Dieter Risch verantwortlich. Das Ortsratsmitglied aus Neuhaus tritt die Nachfolge von Georg Petau an, der nicht mehr kandidierte. Der Kreisverband dankte Petau ausdrücklich und mit Applaus für seine engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren.

Nach den Wahlgängen berichtete Christian Meyer aus dem Landtag. Dort bereiten die Grünen ein Klimaschutzgesetz für Niedersachsen vor. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund NABU wollen die Landesgrünen zudem ein Insektenvolksbegehren nach Vorbild der bayrischen Grünen starten. Ein weiterer Schwerpunkt für das kommende Jahr wird nach den katastrophalen Dürre- und Borkenkäferschäden der ökologische Waldumbau sein. Da vom Fichten- und Buchensterben auch Solling und Vogler im Kreisgebiet schwer betroffen sind, werden sich die Grünen demnächst mit dem neuen Leiter des Forstamtes Neuhaus, Wolf Ebeling, beraten. Die Verhinderung von weiteren Massentierhaltungsanlagen und die Umkehr zu Natur- und Grundwasser schonender Landwirtschaft genießen weiterhin höchste Priorität grüner Politik in Land und Landkreis.

Im Kreistag wollen die Grünen für ein Tarifsystem eintreten, dass den Öffentlichen Nahverkehr attraktiver macht.

„Wir setzen uns für Ticketpreise ein, die mehr Menschen in Busse und Bahnen locken und auch eine soziale Komponente beinhalten“, erklärte Peter Ruhwedel. Dafür müsse sich der Kreistag im Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN), in dem der Landkreis seit vergangenem Jahr Mitglied ist, einsetzen. Um Verkehrspolitik und Artenschutz geht es den Grünen mit ihrer Forderung nach Sperrung der K71 im Hooptal. „Unsere Demo in Negenborn am Einheitstag hat gezeigt, dass diese Forderung von vielen Menschen unterstützt wird“, sagte Ruhwedel. „Wir hoffen, dass das auch die anderen Fraktionen im Kreistag so sehen.“

Alexander Tietze berichtete aus dem Stadtrat Holzminden. Er verwies auf die Klimaanträge der Grünen Fraktion und die Dachbegrünung von Buswartehäuschen. Wie die Lauenförder Grünen fordern auch die Holzmindener mehr insektenfreundliche Blühstreifen im Stadtgebiet. Die Planungen für ein Duftmuseum in der Kreisstadt werden von der Stadtratsfraktion kritisch gesehen.

In den nächsten Wochen wird Vorstandsmitglied Ulrike Weber jeweils mittwochs von 10 bis 12 Uhr Ansprechpartnerin für Bürgerinnen und Bürger in der Grünen-Geschäftsstelle in der Oberen Straße 32 in Holzminden sein.

Foto: GRÜNE

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