Holzminden (red). Bei der offiziellen Bootstaufe des neuen Schlauchbootes der DLRG-Ortsgruppe Holzminden konnten die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf, Mitglied des Bundestages, und der Landtagsabgeordnete Uwe Schünemann nicht teilnehmen. Daher informierten sich die beiden CDU-Politiker nun über die Einsatzmöglichkeiten des „Inflatable Rescue Boat“ S390 mit dem Namen „Holtesmynne“ bei einem Besuch im Bootshaus.
Begleitet wurden sie vom Ratsherrn Dennis Winter und der Kreistagsabgeordneten Sabine Echzell. Der Vorsitzende Holger Lüders und sein Team nutzten die Gelegenheit, das Leistungsspektrum der DLRG vorzustellen und Wünsche an die Politik zu richten.
DLRG fordert bessere Unterstützung
Nach Angaben der DLRG müssten ehrenamtlich Tätige ihre Schutzausstattung oftmals selbst finanzieren. Diese Ungleichbehandlung gegenüber den Feuerwehren sei kaum vermittelbar.
Mit dem bei der Firma Deutsche Schlauchboot produzierten Rettungsboot habe man bewusst auf ein kleineres, dafür aber vielseitig einsetzbares Boot gesetzt. „Kiesteiche bieten kaum befestigte Trailer-Stellen, so dass dieser Bootstyp besser und sicherer eingesetzt werden kann“, erklärte der Technische Leiter Daniel Mehrlein.
Das Boot eigne sich insbesondere für Hochwasserlagen und werde im Einsatzfall mit einem Bootsführer sowie zwei Wasserrettern besetzt.
Strömungsrettung auf der Weser demonstriert
Die Übungsfahrt auf der Weser fand mit dem 100 PS starken Rettungsboot „Michaelis“ statt. Dabei konnten die beiden Parlamentarier live eine Strömungsrettung verfolgen. Hierfür seilte sich Matteo Strathmann von der Weserbrücke ab und rettete einen Dummy aus der Weser.
„Die Professionalität und der Mut der DLRG-Retter ist großartig“, zeigte sich Mareike Wulf beeindruckt. „Das Abseilen aus großer Höhe verursacht allerdings auch nach vielen Übungsstunden immer noch einen besonderen Kick“, erklärte Strathmann.
Die DLRG-Ortsgruppe Holzminden bietet ihren Mitgliedern ein breites Betätigungsfeld. Neben Anfängerschwimmen, Rettungsschwimmen und Strömungsrettung gehören auch Tauchen, der Einsatz einer Unterwasserdrohne, Sanitätsdienste sowie Erste-Hilfe-Kurse zum Angebot.
Moderne Technik begeistert Besucher
Für Jugendliche sei das Bootsfahren häufig der Einstieg bei der DLRG. „Die Spezialisierung findet dann aber ganz schnell statt“, berichtete der zweite Vorsitzende Niko Stille aus eigener Erfahrung.
Entscheidend für Sicherheit und Motivation der ehrenamtlichen Einsatzkräfte sei die technische Ausstattung. Hier habe in den vergangenen zehn Jahren viel investiert werden können – dank staatlicher Förderung, Spenden, Zuschüssen des Bundesverbandes und Eigenmitteln.
Besonders der Gerätewagen Tauchen habe einen Innovationsschub gebracht. Neben vier komplett ausgestatteten Tauchgeräten, spezieller Sanitätsausrüstung und einem internetbasierten Arbeitsplatz faszinierte vor allem die Unterwasserdrohne.
„Mit Baywatch hat das hier nichts zu tun“, erklärte Mareike Wulf. Vielmehr werde eine ausgezeichnete Ausbildung gewährleistet, die verantwortungsvolles Handeln im Einsatzfall garantiere.
CDU-Politiker zeigen Verständnis
Für die Forderung nach einer möglichen Gleichbehandlung mit den Feuerwehren zeigten die Abgeordneten Verständnis. Den Hinweis auf eine gesetzliche Regelung im Rettungsdienstgesetz des Freistaates Bayern griff Uwe Schünemann auf.
Aufgrund der angespannten kommunalen Finanzlage sei eine auskömmliche institutionelle Förderung durch Kommunen zwar wünschenswert, aber nur schwer umsetzbar. Immerhin hätten Stadt und Landkreis auf Antrag der CDU neue Einsatztauchanzüge mit rund 8000 Euro gefördert.
Foto: CDU