Holzminden (zir). In Holzminden könnte künftig ein Outdoor-Ninja-Parcours an der Teichanlage das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche erweitern. Über das Vorhaben wurde in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Innenstadt, Stadtentwicklung und Wirtschaft sowie des Ausschusses für Bauen, Umwelt, Mobilität und nachhaltige Entwicklung am 14. April beraten.
Geplante Anlage setzt auf Bewegung und Koordination
Die Anlage ist in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Spielplatz vorgesehen und soll sich über etwa 250 m² erstrecken. Geplant ist die Installation von zunächst zehn abwechslungsreichen Hindernissen, die unterschiedliche motorische Fähigkeiten ansprechen – darunter Balance, Kraft, Ausdauer und Koordination. Für die notwendige Sicherheit ist ein Fallschutz aus Gummigranulat vorgesehen.
Das Konzept sieht vor, den Parcours frei zugänglich und ohne Kosten nutzbar zu machen. Damit soll ein unkomplizierter Zugang zu sportlicher Betätigung geschaffen werden. Neben der individuellen Nutzung sollen auch Wettbewerbe möglich sein, die das soziale Miteinander fördern können.
Mit dem Projekt verfolgt die Stadt das Ziel, insbesondere junge Menschen wieder stärker für Aktivitäten im Freien zu gewinnen und gleichzeitig ein besonderes Freizeitangebot mit regionaler Anziehungskraft zu schaffen. Angesichts wachsender Bildschirmzeiten wird solchen Bewegungsangeboten eine zunehmende Bedeutung beigemessen.
Finanzierung überwiegend über Drittmittel geplant
Im aktuellen Haushaltsplan für 2026 sind keine eigenen Mittel für das Vorhaben vorgesehen. Die Gesamtkosten werden auf etwa 120.000 Euro geschätzt. Davon entfallen rund 50.000 Euro auf die Ausstattung mit Geräten, während etwa 70.000 Euro für Aufbauarbeiten und Sicherheitsmaßnahmen eingeplant sind.
Die Finanzierung soll vor allem durch Spenden, Sponsoring und Fördermittel erfolgen. Die Umsetzung steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass entsprechende Mittel tatsächlich zur Verfügung stehen. Ergänzend könnten bei Bedarf Gelder aus dem Bereich der Kinderspielplätze eingesetzt werden. Darüber hinaus wird geprüft, ob lokale Unternehmen sich an vorbereitenden Arbeiten beteiligen können.
Kritik am Verfahren, Zustimmung zum Ziel
Im politischen Raum stieß das Vorgehen nicht durchweg auf Zustimmung. Alexander Titze (Grüne) kritisierte, dass die Initiative aus seiner Sicht ohne ausreichende Einbindung der Politik erarbeitet worden sei. Das Vorgehen wirke „befremdlich“, der Vorschlag sei „einseitig“ entwickelt worden.
Positiver äußerte sich Heinrich Schaper (CDU), der in dem Projekt eine Chance sieht, junge Menschen wieder verstärkt in öffentliche Grünanlagen zu bringen. Er sprach sich dafür aus, die Planungen weiterzuführen.
Am Ende der Beratung wurde das Vorhaben mit 4 Ja-Stimmen bei 5 Enthaltungen zur weiteren Behandlung empfohlen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus und hängt maßgeblich von der Klärung der Finanzierung ab.
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