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Dienstag, 12. September 2017 18:55 Uhr

Eltern und Wirtschaft fordern schnelle und nachhaltige Hortlösung vom Rat

Holzminden (red). Die Stadtratsfraktion von Bündnis'90/Die Grünen hatte kürzlich in das Hotel Buntrock zu einer Informationsveranstaltung zur Hortsituation in Holzminden eingeladen. Alexander Titze, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, begrüßte die anwesenden Eltern und Gäste aus der Politik, von Verdi, dem Sozialverband und der Stadtverwaltung. Nach Darstellung der alarmierenden Zahlen und Fakten wurde im Schwerpunkt darüber diskutiert, wie die dringend benötigten Plätze in der Nachmittagsbetreuung schnell und dauerhaft geschaffen werden können.

Die Ganztagsschule scheidet derzeit als Option aus, da die Grundschulen in Holzminden klar signalisieren derzeit personell wie auch räumlich keine Kapazitäten zu haben. Die Einrichtung von Ganztagsschulen würde außerdem Jahre in Anspruch nehmen und die möglichen Betreuungszeiten reichen bei weitem nicht aus. Die Alternative des Neubaus eines Kinderhortes an der Astrid-Lindgren-Schule wurde im Ausschuss Familie, Jugend und Soziales von den Grünen, der SPD, der CDU sowie der Linken unterstützt. Ein Hort bietet montags bis freitags Betreuungszeiten an die bis in den Abend reichen und in die Ferien abdecken. Er kann auch als ergänzendes Angebot zur Ganztagsschule bestehen. Die Mehrheitsfraktion und hier vor allem die FDP lehnen einen Hort allerdings kategorisch ab. Gleichwohl fordert die Wirtschaft und hier vor allem Symrise eine schnelle Lösung des Problems, wie die Betriebsratsvorsitzende es im Ausschuss vorbrachte. Voraussichtlich am 26. September in der nächsten Ratssitzung der Stadt Holzminden wird entschieden wie und ob es weitergeht. 

Entgegen des Votums des Lehrerkollegiums der Astrid-Lindgren-Schule, will die FDP-UWG-GfH-WIR-Gruppe dass auch diese schnellstmöglich eine Ganztagsschule wird. Zumindest lautet der kürzlich gestellte Antrag der politischen Mehrheit im Stadtrat so. Das Problem hierbei ist aber, man kann die Schulleitungen bzw. die Lehrerkollegien rechtlich nicht per Ratsbeschluss dazu zwingen ihre Schulen zu Ganztagsschulen umzuwandeln. Zudem gibt es sowieso schon einen mehrere Jahren alten Beschluss, dass die Holzmindener Grundschulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden sollen.

Insbesondere der Lehrermangel sowie zusätzliche Aufgaben durch die Inklusion und die Integration von Flüchtlingskindern führen aber dazu, dass die Lehrer bereits jetzt schon weit über ihre Belastungsgrenze gehen müssen. Die Mehrheitsfraktion verschließt hier die Augen vor der Realität und dem was die Lehrerschaft bereits leistet so der Tenor der Diskussionsteilnehmer. "Man wirft den aufgrund des Lehrermangels unterbesetzten Grundschulen, das Problem der Nachmittagsbetreuung vor die Füße“, konstatierte daher Peter Ruhwedel, Vorsitzender des Schulausschusses. Der grüne Fraktionsvorsitzende Alexander Titze merkte hierzu an, dass der Appell des Herrn Gans von der FDP, der in der letzten Ausschuss-Sitzung die Eltern dazu aufrief Druck auf die Schulanleitungen zu machen, diese „wachzurütteln“ um zur Ganztagsschule zu werden, ist blanker Hohn.

Die Stadtratsfraktion der Grünen wie auch die Besucher der Veranstaltung signalisierten weiterhin zu kämpfen, damit Ende September im Rat die Entscheidung doch noch zugunsten eines Hort-Neubaues ausfällt. Auch die Idee einen Bürgerentscheid zu Gunsten eines Hortneubaus zu initiieren, wurde als Ultima Ratio und möglicher Schritt gesehen.

 

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